Ich betrachte mich zwar nicht als Lausbub, aber ein Kind wäre eben kein Kind wenn es nicht ab und zu seiner Omi einen Streich spielen würde, zu wenn man keine Geschwister hat, die man ärgern kann.
Manche Streiche ergeben sich halt so, andere sind sorgfältig geplant.
Manchmal lacht man auch nur die Omi aus, die dann meint, man habe sie veräppelt.
So war das mit der Brille. Omi schob manchmal die Brille nach oben auf den Kopf und lief dann so rum. Da passierte es schon mal, dass sie ihre Brille suchte, die natürlich auf ihrem Kopf steckte. So geschah es dann auch wieder und Omi suchte ihre Brille. Statt ihr zu helfen, lachte ich sie aus. Nach langem Gesuche fing sie an zu schimpfen als sie mein Grinsen bemerkte. Ich liess sie noch eine Zeitlang zappeln bevor ich ihre Hand nahm und sie auf Ihren Kopf führte. Das hatte sich halt so ergeben. Anders war es als ich ein neues Tonbandgerät bekam. Ich wollte unbedingt jemand aufnehmen und wer war wohl besser geeignet als meine Omi. Doch die war an dem Tag besonders wortkarg und ich musste ihr buchstäblich jedes Wort aus der Nase ziehen. Kurzum, ich fing an sie zu ärgern. Als ich sie endlich in Rage hatte und sie drohte meinen Vater zu rufen damit der freche Kerl sich benimmt, da holte ich das Tonbandgerät hervor und spielte das Band ab. Da musste sie doch lachen.
Und auch in der Küche kriegte ich sie dran. Jeden Tag kam Omi an den Herd und schaute in alle Töpfe. Das war nicht etwa weil sie langeweile hatte, sondern weil sie in unserem Restaurant wissen wollte was so alles brutzelte. Kurzum, ich stellte einen leeren Topf mit einem Zettel auf den Herd und wartete auf Omi. Sie kam, öffnete wie gewöhnlich den einen Topf nach dem anderen und stutzte dann. Sie liess sich jedoch nichts anmerken und tat den Deckel wieder auf den Topf alsob nichts gewesen sei.
Kaum war sie gegangen als ich zurück zum Herd ging: warum hatte sie nichts gesagt? Der Topf war noch stets auf dem Herd, der Zettel : „Neugierige Ziege!“ drin. Hatte sie vielleicht nicht richtig nachgeschaut? Ich liess den Topf stehen, irgendwann würde sie ihn ja lesen.
Mal sehen, was sie später sagen würde.
Als es Mittagessen Zeit war und ich schon alles vergessen hatte von dem Topf und dem Zettel, sagte Omi ich solle den Topf holen. Das tat ich.
„Aufmachen!“
Als ich den Deckel lüpfte lag ein anderer Zettel drin: „Dein Mittagessen!“ stand drauf und im Topf ein Stück Handkäse. Die hatte es mir aber gegeben, denn alle wussten, dass ich keinen Stinkkäse ass. Ja, wer den Schaden hat…..
Zum Glück nahm die Omi den Käse an sich und ich bekam meine normale Portion Mittagessen.
Die Omi ass Leber doch so gerne. Wenn immer wir welche bekamen, wurde die gleich gebraten und genussvoll verzehrt.
Ein Farmer brachte uns eine Kuduleber – zum Glück war Omi nicht dabei, denn sie ass perdu kein Wildfleisch.
Also Omi entdeckte die Leber gleich und briet sie für uns. Sie war des Lobes voll über diese ach so leckere Leber. Wir schauten uns nur an, sagten kein Wort.
Am darauffolgenden Tag kam der Farmer wieder ins Geschäft und rief laut: „Na Geo, wie war die Kuduleber?“ Omi stand neben Geo, wurde blass: Kuduleber.
Sie hätte fast dann noch gebrochen, so übel war es ihr.
Danach traute sie keinem mehr wenn es Leber gab, kontrollierte erst, ob sie wirklich vom Rind stammte.