Jedes Jahr verkaufte die Mission Kühe, und da bekannt war, dass man dort preiswert gutes Vieh kaufen konnte, fanden sich auch bald Käufer ein.
Doch nicht alle trauten dem Bruder, wahrscheinlich weil man von sich selbst auf andere schloss und meinte von den Viehhirten bekäme man bessere Auskunft.
So auch Jack van der Merwe.
Als der Bruder ihm behilflich sein wollte bei der Auswahl, meinte er, er brauche keine Hilfe.
Kaum war der Bruder gegangen so rief Jack den Viehhirten herbei, gab ihm ein grosszügiges Trinkgeld und verliess sich ganz auf seinen Rat. Im nu hatte er zehn Kühe beisammen und ging zum Bruder zu zahlen.
Dieser schüttelte nur den Kopf als er die ausgesuchten Kühe sah, doch Jack liess sich nicht beirren: diese zehn Kühe wollte er.
Kaum waren die Kühe verladen und Jack abgefahren als der Bruder den Viehhirten fragte, wieso Jack diese Kühe ausgesucht hätte. Der grinste nur und zwinkerte mit dem Auge.
Als der Bruder tags darauf Jack im Dorfe traf, sagte jener vorwurfsvoll: „Da hast du mich aber schön angeschmiert. Die Kühe sind so alt, die haben ja keine Zähne mehr!“
„Nein nein“, erwiderte der Bruder. „Angeschmiert hast du dich selbst. Du hast die Kühe ohne meinen Rat selber ausgesucht.“
„Dieser verdammte Kuhtreiber von dir. Dabei hab ich ihm noch reichlich Trinkgeld gegeben.“
Der Bruder lachte. „Mein Gewissen ist rein. Das nächste Mal hörst du lieber auf meinen Rat.“
Doch die Geschichte hatte für den Käufer noch ein gutes Ende: die Kühe gebaren im darauffolgenden Jahr gesunde Kälber. Und Jack war nicht nachtragend, er erzählte allen was ihm widerfahren war, wie er sich selbst angeschmiert hatte.