Es war einmal ….

Once upon a time …….

Eens op ’n tyd…...

Der geklaute Ramm

Während der Trockenheit gibt es so manch einen, der sich allerlei einfallen lässt für sein Vieh Weide zu finden. Futter kostete Geld und die Tiere umzusiedeln auf die Nordweide, wo es noch reichlich Gras gab, war teuer. Da war es doch viel leichter ganz einfach die Schafe auf die Weide der Nachbarfarm zu treiben, die Farm der Mission. Dem Pater konnte man ja sagen, der Zaun sei kaputt gewesen und die Tiere seien halt rübergelaufen. Es war ja ausserdem nicht so schlimm, ja nur die Kirche. Sonntags tat man halt dafür so ein Bisschen extra in den Klingelbeutel. Nachdem man wohlweislich festgestellt hatte, dass der Pater sowie der Bruder abwesend waren, liess man also ein Loch in den Zaun knipsen und die Schafe krochen so ganz von selbst hindurch. Abends wurden sie zurückgetrieben und alles war in bester Ordnung.

Als der Bruder von seinen Hirten zu hören bekam, dass schon wieder fremde Schafe auf der Weide gewesen waren, platzte ihm die Geduld. Anders als der Pater hatte er kein Verständtnis dafür. Dem musste er einen Riegel vorschieben und so kam er das nächste Mal unerwartet früh zurück. Wieder war eine Schafherde auf dem Gelände der Mission. Die Hirten verkrümmelten sich sofort ins Gebüsch da sie wussten, dass mit dem Bruder nicht zu spassen war.

So konnte das nicht weitergehen. Er hatte keine Lust alle Nachbarn anzurufen, festzustellen wem die Herde gehörte, um sie dann mit allerlei Entschuldigungen davonkommen zu lassen. Ausserdem wusste er, wenn er jetzt zum Farmhaus führe, wäre die Herde weg wenn er zurückkäme. Na, denen würde er es mal zeigen. Er suchte sich den fettsten Ramm aus und nahm ihn mit. In der Nachbarschaft liess er dann verkünden, der Besitzer solle seinen Ramm abholen; falls man ihn nicht bis zum Wochenende abgeholt hätte, würde er ihn schlachten.

Der Besitzer liess sich nicht blicken und so landete der Ramm im Kochtopf der Mission, sehr zur Freude der Kinder im Schülerheim der Missionsschule, die ihren Teil vom Braten abbekamen.

Doch diese Lektion brachte nicht viel, man machte einfach weiter. So landete das ein oder andere Tier im Kochtopf der Mission.

Probleme gab es keine, da keiner je zugab, dass das Tier ihm gehörte. Da nur Rinder ein Brandzeichen trugen und man wohlweislich die nicht auf eine fremde Weide schickte, konnte der Besitzer der Schafe nicht ermittelt werden.
Auf der Mission war man sich zwar sicher zu wissen wessen Tiere ständig auf der Weide waren, doch das ein oder andere Schaf war Bezahlung genug.

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