Pause. Endlich. Ich griff unter die Schulbank. Mist. Ich beugte mich hinunter. Nichts.
Da hatte schon wieder jemand mein Frühstücksbrot geklaut.
Das war nun nicht mehr lustig. Schon das dritte Mal. Und ich war nicht der Einzige dem das Brot geklaut wurde. Alle klagten darüber. Ich schaute mich um, schaute alle meine Mitschüler genau an, doch nichts verriet den Schuldigen.
Ich war wütend. Obwohl ich keinen grossen Hunger hatte, ärgerte es mich, dass jemand es schaffte unbemerkt mein Brot zu klauen. Im Schulhof schweifte mein Blick umher, alle assen, aber mein Brot war nicht dabei. Ob die Person es mit nach Hause nahm?
Den restlichen Tag verbrachte ich damit daran zu denken was ich mit dem Dieb machen würde falls ich ihn erwischte. Bald sah ich jedoch ein, dass es besser wäre die Person erst einmal zu erwischen.
Als ich dann nachmittags zuhause in der Küche stand und ein Würstchen ass, mir noch ein Bisschen Senf drauftun wollte und aus versehen Vaters scharfen Senf erwischte, da hatte ich plötzlich die Lösung.
Früh am nächsten Morgen machte ich mein eigenes Frühstücksbrot, ein Frühstücksbrot, das es in sich hatte. Erst eine Lage vom schärfsten Senf, dann Paprika und schliesslich alles was ich so an schärfsten Gewürzen finden konnte. Na mal sehen wie es dem heute schmeckt dachte ich schadenfroh.
In der Schule angekommen steckte ich mein Brot wie immer auf den gewohnten Platz und wartete. Diesmal hörte ich kaum zu was der Lehrer sagte so sehr achtete ich auf mein Brot. So bemerkte ich auch die Hand, die unter meinen Tisch griff und das Brot mitgehen liess. Ich grinste und wartete.
Plötzlich ein Husten und Prusten. Ich schaute um und bemerkte den Schuldigen. Sein Gesicht war blutrot angelaufen und seine Augen tränten.
„Stimmt irgendwas nicht?“ fragte der Lehrer.
Als keine Antwort kam, ging der Unterricht weiter.
Dann Pause. Kadois stürmte als erster aus der Klasse.
Nach der Schule kam er zu mir. Keine Entschuldigung, nur die Frage: „Was hattest du auf dem Brot?“
„Deutsche Spezialität“ erwiderte ich. „Hat es dir geschmeckt?“
„Wie kann man sowas essen?“
Ich grinste nur. Unnötig zu erwähnen, dass mein Frühstücksbrot nie wieder geklaut wurde.