Als Kind war mir so vieles erlaubt was andere Kinder nicht tun durften, so auch das Rauchen.
Meine Eltern verkauften im Geschäft unter anderem auch kleine Pfeifen und ich sagte, dass ich solch eine kaufen wolle. Meine Mutter meinte, dass man natürlich auch Tabak dazu brauche und so kaufte ich eine Pfeife und meine Mutter gab mir einen Sack mit dem billigsten Tabak dazu. Ich fand das toll und übersah wahrscheinlich daher ihr Schmunzeln.
Jedenfalls sassen wir, zwei Schulfreunde und ich, am späten Nachmittag im Revier (trocknes Flussbett) und rauchten. Die Friedenspfeife tat, nach Indianerart, die Runde und wir bliesen den Rauch in die vier Himmelsrichtungen. Plötzlich meinte der Eine er wolle Wasser trinken gehen und kletterte den Hang hinauf zu dem Haus. Kurz darauf ward auch mein anderer Freund durstig und bald sass ich alleine da und rauchte. Richtig rauchen war wohl übertrieben da wir zu dem Zeitpunkt wohl eher pafften als rauchten. Meine Freunde kamen und kamen nicht zurück und auch ich hatte so ein komisches Gefühl im Magen. Da entschloss ich mich ebenfalls den Hang hinaufzuklettern und merkte wie es mir übel wurde.
Am Wasserhahn angekommen, fand ich meine Freunde mit bleichen Gesichtern daneben sitzend. Ich drehte den Wasserhahn auf und nahm ein paar Schluck Wasser während mein Magen sich verkrampfte.
Stillschweigend setzte ich mich neben sie. Als es uns einige Zeit später wieder besser ging, waren wir uns einig, dass die Friedenspfeife doch nicht das Richtige war.
Zuhause wurden keine Fragen gestellt und die Friedenspfeife lag fortan in irgendeiner Schublade während der Tabak einem dankbaren alten Gärtner eine Freude bereitete.
Rauchen tu ich bis heute nicht! All meine Freunde dagegen, denen es verboten war, inklusive meine „Friedenspfeife Genossen“, sind heute Raucher. Ich hatte jedenfalls meine Lektion gelernt. Ein Verbot ist bei Weitem nicht so wirksam wie eigene Erfahrung.